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Die Blumen im Garten
(1)
Das
Mädchen sieht die Blumen des Gartens an - flicht sie einen Kranz? - und
denkt bei einer jeden an ihre Liebe. Jedes Lied beginnt mit einem Blumennamen,
an den sich dann der erste Vers mit einem Wortspiele knüpft.
Die "Heiteren Lieder".
Mechmechblumen! du machst das Herz ebenmäßig (?)
(2), ich
tue dir das, was es wünscht, wenn ich in deinen Armen bin. Meine
große (?) Bitte ist Schminke für mein Auge
(3) und
wenn ich dich sehe, ist es Licht für meine Augen dich. Ich schmiege mich
an dich, weil ich deine Liebe sehe, du Mensch, den ich am meisten (?) begehre.
Wie schön ist doch meine Stunde! möchte mir eine Stunde zur Ewigkeit
werden, wenn ich mit dir schlafe. Du hast (?) mein Herz erhoben - - - - als es
in Nacht (?) gewesen war.
Seamublumen sind in ihm! Man wird vor ihnen groß gemacht
(4). Ich
bin deine Schwester. Ich bin für dich wie der Garten, den ich bepflanzt
habe mit Blumen und mit allerlei süßduftenden Kräutern.
Schön ist der Kanal in ihm, den deine Hand gegraben hat, bei der
Kühlung des Nordwinds. Der schöne Ort, wo ich mich ergehe, wenn deine
Hand auf meiner liegt und mein Herz wird satt von Freude, weil wir
zusammengehen. Schedehtrank
(5) ist es,
dass ich deine Stimme höre und ich lebe, weil ich sie höre. Wenn
immer ich dich sehe, so ist mir das besser als Essen und Trinken.
Zaitblumen sind in ihm! Ich nehme
(6) deine
Kränze, wenn du trunken kommst und auf deinem Bette liegst. Ich werde
deine Füße streicheln - - - -
1) auf der
Vorderseite des Papyrus Harris 500 in London, die etwa unter Sethos I.
geschrieben ist. entdeckt von Goodwin. Vgl. W. Max Müller, Liebespoesie.
2) Wortspiel.
3) Sinn vielleicht: wenn du meine Bitte erfüllst, so ist mir das so, als
ob ich meine Augen mit Schminke kühle. Das Schminken der Augenränder
mit Spießglanz spielt noch heute in Ägypten eine große Rolle.
4) Wortspiel; ob der Sinn ist: man fühlt sich vor den kleinen Blumen
groß?
5) d.h. so süß wie der.
6) Wortspiel; wohl die Kränze, mit denen er beim Gelage geschmückt
war.
Unbekannter Verfasser, aus dem Neuen Reich 1532 bis 1070 v. Chr.
Übersetzer: Adolf Erman 1854 - 1937
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