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         Altchinesische Liebesgedichte


Das schöne Mädchen am Wege

Welch schönes Mädchen! Vom Maulbeerbaum
Pflückt sie die Blätter - doch nein,
Sie fliegen von selber (ist es ein Traum?)
Ihr in das Körblein hinein.

Wie weiß ihre Hand! und ein goldener Ring
Den Knöchel ihr zierlich umschmiegt.
Auf ihrem Haarkamm ein Schmetterling,
Als ob er sie neckend umfliegt.

Der Wind hebt das Röckchen leicht,
Als wär es im Teiche die Welle . . .
Der Wandermann, der vorüberstreicht,
Steht wie gebannt auf der Stelle.

Er will, mag müd er und hungrig sein,
Von Rast und Speise nichts wissen,
Ja könnt er ruhen im Arm ihr fein
Und am Munde satt sich küssen!


Hieh-k-oh - um 220 - 265 n. Chr.

Übersetzer: Richard Zoozmann 1863 - 1934


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