| |
Liebchens Vorwurf
Ich sitze über ein Buch gebeugt, ich habe vertieft mich und
verträumt,
Das Feuer erlosch, kalt ists im Gemach, ich habe Bett und Schlaf versäumt.
Die schöne Freundin, die bei mir ist, fühlt endlich ihren Zorn
entfacht,
Sie reißt die Lampe vom Tische fort, denn längst schon hat sie das
Bett gemacht,
Und fragt mich: Lasest du nun genug? Und weißt du nicht, wie spät es
ist?
Das nenn ich einen wackern Mann, der über dem Lesen das Lieben vergisst!
Jan-Tsen-Tsai - 1716 - 1797
Übersetzer: Richard Zoozmann 1863 - 1934
|
|