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An die Geliebte
Wenn es einen Rasen gibt,
Dessen Quellen lachen,
Dessen Schmelz kein Wetter trübt,
Welchen bunt bedachen
Lilien, Geißblatt und Jasmin,
Die zu jeder Jahreszeit blühn:
O, so will zum Pfad ich ihn
Deinem Fuße machen.
Wenn es einen Busen gibt,
Einen kühnen, wachen,
Dessen Liebe, wenn er liebt,
Kennet kein Erschwachen,
Wenn er warm und voll Gefühl,
Niemals falsch und niemals kühl:
Ei, so will ich ihn zum Pfühl
Deiner Stirne machen.
Gibt es einen Liebestraum,
Einen ohn' Erwachen,
Drin sich wie des Baches Schaum
Leise wiegt der Nachen,
Gern die Seele wiegen lässt,
Einen Traum, für Gott ein Fest:
O, so will ich ihn zum Nest
Deinem Herzen machen.
Victor Hugo - 1802 - 1885
Übersetzer: Ferdinand Freiligrath 1810 - 1876
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