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         Französische Liebeslyrik


Das erlaubte Geständnis

Komm her, mein Freund! Zu herb bin ich gewesen.
Mama erlaubt's: ich tu' dir etwas kund.
Doch ach! ich bring's nicht fertig. - Kannst du lesen?
Mama erlaubt's, - prüf' meiner Augen Grund!

Wie bin ich wirr! Gesenkt sind ja die Lider.
Mein Antlitz flammt, - so schäm' ich mich vor dir!
Mama erlaubt's, das schlägt die Skrupeln nieder:
Fühl' meine Glut, fühl' nach dem Herzen mir!

Du Ärmster, ahnst noch immer nicht die Kunde?
Es ist so süß! Hilft dir mein Herz nicht fort?
Du findest's nicht. So nimm's von meinem Munde!
Die Augen schließ' ich, - nimm, und sprich kein Wort.


Marceline Desbordes-Valmore - 1786 - 1859

Übersetzer: Sigmar Mehring 1856 - 1915


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