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Die Barchantin
Geliebter,
ich willfahre dir!
Komm, komm, und neue Freuden plane!
Es wirkt der wilde Sekt in mir,
Die Liebe wächst zu süßem Wahne.
Reich' mir das Freudengift,
Doch sollst auch du es nehmen!
Müsst' mich des Rausches schämen,
Wenn er dich nüchtern trifft.
Glänzt nicht mein Auge wunderbar?
Heiß rollt das Blut durch meine Glieder.
Sieh! Blumen lösen sich vom Haar,
Mein Kranz fällt auf dein Lager nieder.
Das Glas zerbrach! - Vorbei!
Mein Busen lechzt nach Küssen.
Soll ich sie länger missen?
Komm, und die Luft gib frei!
Hemmt deine Küsse dieser Putz?
Dich soll ein größ'rer Reiz ergreifen!
Knüpf' auf das Band. - Was soll der Schutz?
Ich zitt're nicht, ihn abzustreifen.
Der Glieder nackte Pracht
Sei ganz dir überlassen - - -
Will dich die Glut nicht fassen,
Die du in mir entfacht?
Bezwing' die Mattigkeit in dir!
Komm, ich will selbst den Feind bekämpfen.
- Wie kalt dein Kuss! - Trink' nicht! lass mir
Die Tropfen, die dein Feuer dämpfen.
Und meine Leidenschaft,
Die du nicht kannst besiegen, -
Wie sie dem Wein entstiegen,
Verlösch' im selben Saft.
Pierre-Jean de Beranger - 1780 - 1857
Übersetzer: Sigmar Mehring 1856 - 1915
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