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"Puisque iei bas . . ."
Wie jedes Seelenleben
Im Schöpfungsdrang
Strebt andern hinzugeben
Duft, Farbe, Klang -
Und wie im Zorn und Güte
Nach jedes Art
Der Dorn hier, dort die Blüte
Sich offenbart -
Wie Wind am Frühlingsmorgen
Durch Eichen streicht -
Und wie die Nacht den Sorgen
Den Schlaftrunk reicht -
Und wie der Vogel Lieder
Den Zweigen schenkt -
Wie auf die Saaten nieder
Der Tau sich senkt -
Wie selbst die kühle Welle
Das Ufer küsst,
Da es zur Ruhestelle
Ihr worden ist:
So geb' ich dir zur Stunde
Als Eigengut
Was mir im tiefsten Grunde
Der Seele ruht.
Empfang' die Liebesgrüße,
Die trüb sind, schau'!
Und dich benetzen, Süße,
Mit Tränentau.
All' meines Strebens Wonne
Sei dir geweiht,
All' meines Lebens Sonne
Und Düsterheit -
Der heiße Rausch im ringen
Um deine Gunst -
Das Klingen und das Singen
All' meiner Kunst -
Mein Herz, das frei und offen
Nach Edlem drängt,
Das zwischen Tod und Hoffen
An deinem hängt -
Mein Lied, das dein Erscheinen
Zu träumen meint,
Das, wenn du weinst, muss weinen
Und häufig weint!
Nimm, die in Lebensfluten
Mir strahlt als Stern
All meiner Liebesgluten
Urtiefen Kern!
Victor Hugo - 1802 - 1885
Übersetzer: Sigmar Mehring 1856 - 1915
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