| |
Negli occhi porta la mia donna Amore
Die
Liebe wohnt im Auge meiner Schönen,
Und lieblich wird, was sie mit Blicken weihte.
Wo sie erscheint, starrt man nach jener Seite,
Und wen sie grüßt, der fühlt's im Innern dröhnen,
Dass sein Gesicht erblasst und er mit Stöhnen
Das Auge senkt, mit seinem Selbst im Streite.
Vor ihr flieht Zorn und Übermut ins Weite:
Ach, helft mir, Frauen, würdig sie zu krönen!
Jedwede Süße wird dein Herz beschleichen
Und alle Demut, horchst du, wenn sie spricht;
Wenn du zuerst sie schaust - o sel'ge Stunde!
Doch wie es ist, wenn sie mit sanftem Munde
Ein wenig lächelt - sag' und fass' ich nicht,
So ist's ein Wunder, herrlich ohne Gleichen!
Dante Alighieri - 1265 - 1321
Übersetzer: Paul Heyse 1830 - 1914
|
|