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O vio, che per la via d'Amor passate
Ihr, die ihr wandelt auf der Liebe Fährte,
Wer ist, der mich belehrte,
Ob noch ein Mensch so Herbes muss bestehen?
Ach, dass doch Keiner mir Gehör verwehrte
Und Jedem ich erklärte,
Wie ich ein Schloss und Schlüssel bin der Wehen!
Es ließ mich Amor, nicht nach meinem Werte
Nein, weil sein Herz voll Zärte,
So süß und sanft in diesem Leben stehen,
Dass oft ich mir im Rücken flüstern hörte:
Sagt, dieser Hochgeehrte -
Was tat er nur, dass ihm so hold geschehen?
Nun ward mein Übermut aufs Haupt geschlagen,
Der mich beherrscht, weil solch ein Schatz mein eigen.
Die Stirne muss ich neigen,
So ganz verarmt - ich schäme mich's zu sagen.
Und wie Die tun, die hehlen und verschweigen
Ein schnöd Gebrechen, muss ich mich betragen,
Mich außen fröhlich zeigen
Und tief im Herzen weinen und verzagen.
Dante Alighieri - 1265 - 1321
Übersetzer: Paul Heyse 1830 - 1914
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