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Tanto gentile e tanto onesta pare
So ganz holdselig scheint, so reich an Sitte
Die Liebste, sieht man sie im Gruß sich neigen,
Dass Zittern jeden Mund befällt und Schweigen,
Und keinem Aug' ein dreister Blick entglitte.
Sie aber geht durch der Entzückten Mitte,
Gekleidet mild in Demut, die ihr eigen.
Da ist's, als ob vor uns vom Himmelsreigen
Ein Wunderbild zur Erde niederschritte.
Sie stellt sich jeden Blick so lieblich dar,
Dass eine Süße dringt durchs Aug' ins Herze,
Die Keiner, der ihr fremd, zu kennen wähne.
Und von den holden Lippen wunderbar
Weht linder Hauch, erfüllt von Lieb' und Schmerze,
Der zu der Seele spricht: Nun seufz' und sehne!
Dante Alighieri - 1265 - 1321
Übersetzer: Paul Heyse 1830 - 1914
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