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Ständchen
Durch
die Fensterläden kein Lichtstrahl wallt,
Die Nacht ist finster, die Nacht ist kalt,
Die Tannen seufzen, es bebt der Turm,
Mein Haar durchwühlt der herbstliche Sturm,
Vor deinem Fenster sing' ich allein,
Alleine, alleine, ach, ganz allein.
Schwarz wird und schwärzer das Dunkel schon,
Die Scheiben klirren mit ängstlichem Ton,
Kaum lugt ein Stern am Himmel hervor,
Nur schaurige Klage berührt dein Ohr,
In deinem Kämmerlein sitzt du allein,
Alleine, alleine ach, ganz allein.
Die Welt ist glücklich, die Welt ist weit,
Voll freundlicher Herzen, zur Liebe bereit;
Was liegen so kalt wir, vom Sturme umgellt,
Allein in der Muschel der großen Welt?
Warum doch bleiben wir länger allein,
Alleine, alleine, ach, ganz alleine.
O, 's ist ein bitter und traurig Wort,
Bei dessen Klang das Herz verdorrt!
Wir sind Beide jung, haben Beid' ein Herz,
Was quält uns denn ewiger Trennungsschmerz?
Ach, bleiben wir immer und immer allein?
Alleine, alleine, ach, ganz allein!
James Russell Lowell - 1835 - 1867
Übersetzer: Adolf Strodtmann 1829 - 1879
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