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         Römische Liebeslyrik


An den Sperling seiner Lesbia

Sperling, meiner Geliebten Herzenspüppchen,
Den sie streichelt und küsst, mit dem sie tändelt,
Dem den Finger sie reicht, nach dem er lüstern,
Um den Schnabel im Picken dran zu üben,
Wenn mein Holdchen, das süße, so gelaunt ist,
Sich ein Späßchen mit irgend'was zu machen,
Zu vergessen das Schmerzchen, das sie peinigt,
Und, ich wette, den heißen Brand zu kühlen:
Könnt' ich tändeln mit dir, wie sie's gewohnt ist,
Ach! es wär' mir so lieb wie jenem schnellen
Mädchen - weißt du? - der goldene Apfel damals,
Der den Gürtel, den lang gepressten, löste.


Catullus (Gajus Valerius) - 87 bis 54 v. Chr.

Übersetzer: Jacob Achilles Mähly 1828 - 1902


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