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An Lydia
Wenn
du, Lydia, Telephus'
Rosenfarbigen Hals, wenn du des Telephus
Schwanenarme mir rühmst -o weh!
Dann schwillt grimmiger Zorn heiß in der Leber mit.
Weder Farbe noch Seelenruh'
Hält dann Stand, und es rinnt über die Wangen mir
Heimlich Ta und verrät die Glut,
Die mit zehrender Qual tief in der Seele brennt.
Heiß durchflammt's mich, wenn wüster Streit
Dir beim Weine den hell schimmernden Hals einmal
Schändet, oder im Liebesrausch
Dir ein Knabe den Zahn tief in die Lippen senkt.
Niemals, glaube dem Warnenden,
Darfst du Treue von dem hoffen, der deinen Mund,
Welchen Venus mit eigenen
Nektars köstlichstem Nass tränkte, so roh entweiht.
Glücklich preis' ich vor allen die,
Deren Band sich als unlöslich bewährt und die
Kein unseliger Hader trennt,
Sondern erst die heranschattende Todesnacht.
Horaz (Q. Horatius Flaccus) - zwischen 65 bis 8 v. Chr.
Übersetzer: Jacob Achilles Mähly 1828 - 1902
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