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Der Dreispann
Was
spähst du hinaus in die Weite,
So fern deiner Freundinnen Kreis?
Im Herzen pocht Sturmesgeläute,
Die Wangen erglühen dir heiß.
Und was läufst du mit eilenden Füßen
Nach dem Dreispann, du kommst doch zu spät?
Es blickte mit freundlichem Grüßen
Nach dir hin ja der schmucke Kornet.
Wer möchte dich, Mädchen, nicht sehen,
Wie blühende Jugend dir lacht?
Purpurrote Bänder durchwehen
Deine Locken, so schwarz wie die Nacht.
Aus den glühenden Rosen der Wangen
Keimt der Flaum wie am Pfirsich empor;
Von den seidigen Wimpern umfangen,
Lugt das schalkhafte Auge hervor.
Dein Blick wie mit Zaubergewalten
Macht hoch aufwallen das Blut;
Es zündet im Herzen des Alten,
Weckt im Jüngling der Leidenschaft Glut.
Du wirst wie im Reigen durchwallen,
Mit Rosen bekränzt, deine Bahn . . .
Doch dein Loos ist, ach, anders gefallen,
Ein bäurischer Tropf wird dein Mann.
Von der Schürze hoch auf unterbunden,
Wird dir welken die blühende Brust.
Nicht kann unter Schlägen gefunden
Deiner Jugend verkümmerte Lust.
Du wirst unter Sorgen und Mühen,
Ein Röschen, das kaum sich erschloss,
In dumpfer Entsagung verblühen,
Nur Kindergebären dein Loos.
Dein Antlitz voll geistigen Lebens,
Vom Frohsinn der Jugend umspielt,
Wird bald stumpfsinn'gen Ergebens
Und sinnloser Furchtsamkeit Bild.
Man wird einst zu Grabe dann tragen,
Wenn dein Fuß der Pilgerschaft müd',
Ein Herz, das vergebens geschlagen,
Einen Busen, der nutzlos geglüht. -
Was schaust du mit traurigem Blicke
Dem Dreispann, dem eilenden, nach?
Die sehnenden Seufzer ersticke
Und dämpfe des Herzens Schlag.
Du wirst nicht ereilen den Wagen,
Die Rosse sind mutig und stät,
Und zu einer Anderen tragen
Gar bald sie den jungen Kornet.
Nikolai Alexejewitsch Nekrassow - 1821 - 1877
Übersetzer: Andreas Ascharin 1843 - 1896
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