| |
Unter'm Regen
Weißt
du noch: wir schritten fern auf Waldeswegen,
Sieh da überraschte uns ein heft'ger Regen.
Unter einer Tanne mächtigem Geäste
Sah'n wir uns geborgen, Vögeln gleich im Neste;
Ließen ruhig strömen, was vom Himmel wollte,
Während das Gewitter allgemach vergrollte . . .
Und es kam die Sonne froh mit Strahlengrüßen,
Gold'ger Schimmer färbte das Moos zu unsern Füßen;
Um uns her, wie Perlen, lichte Edelsteine,
Die ein reicher König streut aus gold'nem Schreine,
Fielen helle Tropfen, lustig springend, hüpfend,
Von den Nadeln gleitend,, durch die Zweige schlüpfend;
Auf dein Köpfchen tauten jetzt auch Tropfen nieder,
Glitten von den Schultern, rollten hinter's Mieder . . .
Weißt du noch, wie traulich dicht gedrängt wir standen,
Wie sich unsre Hände in einander fanden?
Dachten unsres Unfalls unter Lachen, Scherzen . . .
Nach und nach verstummten wir, und unsre Herzen
Stockten blad und pochten bald mit hastigen Schlägen . . .
Goldnes Ungewitter! Wundervoller Regen!
Apollon Nikolajewitsch Maikow - 1800 - 1875
Übersetzer: Andreas Ascharin 1843 - 1896
|
|